Schiedsrichter im Fußballbezirk Riss gesucht

Auszug aus der Schwäbischen Zeitung (Autor: Felix Gaber) vom 16.01.14schwaebische_zeitung

Bezirksobmann Jochen Oelmayer macht sich Sorgen um das Schiedsrichterwesen im Fußballbezirk Riss. Grund dafür ist, dass der am Mittwoch, 5. Februar, beginnende Neulingskurs derzeit aufgrund fehlender Anmeldungen auf der Kippe steht.

 Dass Schiedsrichter im Fußballbezirk Riss Mangelware sind, zeigt sich auch daran, dass in der vergangenen Saison 37 Vereine fast insgesamt 11000 Euro Strafgeld zahlen mussten, weil sie das Kontingent an zu stellenden Unparteiischen nicht erfüllten.

„Momentan können noch alle Spiele bis hinunter zu den Bambini mit geprüften Schiedsrichtern besetzt werden. Aber es ist dringend Nachwuchs nötig“, sagt Jochen Oelmayer. Im Kalenderjahr 2013 hätten sich allein 26 Schiedsrichter abgemeldet, 18 kamen durch den Neulingskurs hinzu. Aktuell hat die Schiedsrichtergruppe Riss nach Angaben des Obmanns 170 aktive Unparteiische. „Es waren schon mal viel mehr“, so Oelmayer. Die Gefahr, dass perspektivisch ein Engpass drohe, bezeichnet er als groß. „Vor allem mit Blick auf den Spielbetrieb im Freien. Es wurde in den letzten anderthalb Jahren immer schwieriger, alle Spiele zu besetzen“, erläutert der 38-Jährige. Im Vergleich zu anderen Fußballbezirken stehe der Bezirk Riss zwar noch gut da. „Das kann sich aber schnell ändern, wenn wir nicht mehr neue Schiedsrichter dazubekommen.“ Und genau dies ist derzeit das Problem. Für den im Februar beginnenden Neulingskurs gibt es derzeit nur acht Anmeldungen. „15 sind nötig, damit der Kurs stattfinden kann. Dies sind die Vorgaben des WFV“, sagt der Obmann.

Auffällig beim Thema Strafgelder ist, dass vor allem die Stadtvereine FV Biberach (1006 Euro) und FV Olympia Laupheim (1206 Euro) in der vergangenen Saison am meisten zahlen mussten. Auch der SV Ochsenhausen musste viel Geld (706 Euro) dafür hinlegen, weil er nicht genügend Schiedsrichter stellte. Die Anzahl der zu stellenden Unparteiischen richtet sich laut Oelmayer für einen Verein danach, wie viele Mannschaften im Spielbetrieb aktiv sind. Warum stehen die ländlichen Vereine im Vergleich zu den städtischen besser da? „Das kann ich mir auch nicht erklären. Eigentlich sollte es in den Stadtvereinen leichter sein, neue Schiedsrichter zu finden, da die Vereine mehr Mitglieder haben“, sagt der Obmann und fügt hinzu: „Stadtvereinen tun vermutlich die Strafen nicht so weh wie ländlichen Vereinen.“

Oelmayer selbst pfeift für den SV Reinstetten und ist seit 1991 an der Pfeife aktiv. „Schiedsrichter stehen immer im Kreuzfeuer, aber es gibt sehr viele positive Seiten“, betont der 38-Jährige. „Als Unparteiischer lernt man persönlich sehr viel dazu. Außerdem kommt man in Kontakt mit vielen Leuten.“ Zudem genießen Schiedsrichter darüber hinaus einige Vorteile: Neben zusätzlichem Taschengeld gibt es freien Eintritt zu allen Fußballspielen im Gebiet des Deutschen Fußballbunds (DFB), einschließlich Bundesliga, DFB-Pokal und sogar bei Partien in der Champions League. Wie der Schiedsrichter-Job noch attraktiver gemacht werden kann? „Die Akzeptanz und die Anerkennung für das Amt muss besser werden. Da ist jeder Fußballfan und jeder Verein gefordert.“

Um Interessierten den Job des Schiedsrichters näherzubringen, veranstaltet die Schiedsrichtergruppe (SRG) Riss am 24. Januar einen Informationsabend im Sportheim der TSG Maselheim-Sulmingen (Beginn 18.30 Uhr). Dort können unverbindlich Informationen über Ausbildung, Anforderungen und Voraussetzungen eingeholt werden. Auch die Eltern von jungen Interessenten sind nach Angaben der SRG gern gesehen, um mögliche Zweifel auszuräumen. Der Neulingskurs selbst setze sich aus sechs Schulungsabenden und einem Prüfungsabend zusammen. Neben Regelkenntnissen werde auch auf die Persönlichkeit des Schiedsrichters eingegangen.